Photo & Adventure in Duisburg war ein anderes Konzept!

Das aus Österreich bekannte und erfolgreiche Konzept der Photo & Adventure wurde am vergangenen Wochenende zum ersten Mal in Deutschland umgesetzt, dachten wir vom Aktiv-Reise.Netz zumindest. Doch was tatsächlich veranstaltet wurde, was dabei gut und was weniger gut gemacht wurde, erfahren Sie in dieser News.

Geländeplan am Eingang des Freigelände. Die Halle links war zu 3/4 mit Messeständen gefüllt.

Bei den Photo & Adventure Veranstaltungen in Wien und Linz zahlen die Besucher einen Preis für Vorträge und Messe. Das ist unseres Erachtens der Grund für den Erfolg der Veranstaltung für Besucher wie Aussteller. Die Besucher können frei entscheiden, was sie gerade sehen wollen und womit sie sich beschäftigen möchten. Zur Auswahl stehen die Foto-Ausstellungen, die höherwertigen aber im Preis inkludierten Multivisionsshows und der Besuch der Messe-Stände. Weil die Besucher die freie Wahl haben, funktioniert das Konzept in beiden Städte sehr gut und hat das Potenzial, den Mainstream zu erfassen. Deswegen waren wir vom Aktiv-Reise.Netz begeistert, als wir hörten, dass das Konzept nach Deutschland kommt.

Reichlich Aussteller

Leider wurde in Deutschland etwas anderes ausprobiert. Die Besucher mussten für viele Vorträge und für die Messe noch mal zusätzlich bezahlen. Aus Sicht der Veranstalter mag sich das finanziell gelohnt haben. Für die Aussteller in der Halle kam es einer Katastrophe gleich. Noch nie haben wir so wenige Kataloge an Messe-Besucher ausgeben können wie am letzten Wochenende. Je freundlicher das Wetter draußen, um so weniger Besucher waren bereit zehn Euro Eintritt für die Messe-Halle zu bezahlen. Statt dessen machten sie sich vor allem am Sonntag vor und nach den Vorträgen eine schöne Zeit auf dem Freigelände.  Manche bestiegen zusätzlich einen alten Hochofen, um die Aussicht zu genießen.

Hoch anzurechnen ist die Qualität des Besucherinteresses. Solvente und reiseinteressierte Besucher informierten sich zu Reisen nach Afrika, Asien und Südamerika. Mehrwöchige Reisen mit höherwertigen Unterkünften waren gefragt. Wer passende Angebote dazu hatte, für den konnten wir ein paar Katalogabgänge verzeichnen. Andere Destinationen, wie Deutschland und Europa waren weit weniger gefragt.

Weitere Kennzahlen zur Orientierung:
Anzahl Reiseveranstalter mit eigenem Stand: 8
Vom Aktiv-Reise.Netz vertretene Unternehmen: 12
Destinationen vor Ort: 2
Mehrheit der Aussteller: Fotoausrüster
Geschätzte Anzahl Besucher Messehalle: ca. 6.000
(Zahlen der Veranstalter liegen noch nicht vor.)
Anzahl Besucher Freigelände weit mehr.

Einige Reiseveranstalter vor Ort vermuteten, dass zumindest die Fotoausrüster ihr Geschäft machen würden. Denn deren Stände waren besser besucht. Doch auch sie waren nicht zufrieden. „Die Messe hat noch sehr viel Potenzial nach oben.“ meinte einer von ihnen. Wir sind der Meinung, dass das Ausstellen für Reiseveranstalter kaum Sinn macht, so lange das Preisgefüge nicht von den österreichischen Veranstaltungen übernommen wird oder zumindest diejenigen freien Eintritt zur Messe erhalten, die Vortragstickets gekauft haben. Der Termin im Sommer ist ein weiteres Hindernis, damit Reiseveranstalter hinterher Geschäftsabschlüsse verzeichnen. Die Streckensperrungen von S- und Fernbahn in NRW aufgrund des Unwetters können nicht als Entschuldigung für die wenigen Besucher herangezogen werden, dann draußen vor der Halle waren viele Menschen.

Begeistert waren wir von der Idee, die Photo & Adventure in Deutschland zu starten. Mit viel Kreativität und Feingefühl wurde die Idee gestalterisch umgesetzt. Doch beim Preisgefüge scheinen bei der deutschen Variante andere Mechanismen gewirkt zu haben. Reiseveranstalter leben vom Geschäft und das konnte auf der deutschen Variante der Photo &  Adventure nicht ausreichend gemacht werden.

Das Aktiv-Reise.Netz dankt allen Kunden für die Unterstützung, um einen Messe-Gemeinschaftsstand auf der Photo & Adventure organisieren zu können. Unter den gegebenen Voraussetzungen werden wir diese Veranstaltung nicht nochmal anbieten. Allerdings sind wir uns sicher, dass die Linzer Veranstaltung im November erfolgreich sein wird – zumindest, wenn es bei der Preisgestaltung bleibt, wie sie 2012 war.