Schade, Frau Klar! – Bericht von der Reisen Hamburg

Von Roland Delion: Ihr Debüt als Projektleiterin auf dem Reisemesse-Parkett hätte mit der Reisen Hamburg 2011 durchweg glanzvoll sein können. Haben Reisemessen doch in diesem Jahr einen enormen Zulauf. Aus vielen Städten der Republik werden mehr Besucher auf Reisemessen gemeldet. Von diesem Trend profitieren Sie. Und doch sind Sie mit der Aufplanung der Reisen 2011 ins Wanken geraten. Wieso?

Wie das Tanzen, so will auch die richtige Behandlung der Touristiker gelernt sein. Reiseveranstalter mit Hotelrundreisen haben mit dem von Ihnen gewählten Begriff „Outdoor-Welt“ leider herzlich wenig gemein. Auch Endverbraucher, die auf der Suche nach Reiseangeboten waren, identifizierten sich nicht damit und machten einen Bogen um die Halle B5. Leerere Gänge im Vergleich zu den Gängen der anderen Hallen waren das Ergebnis. Letztlich haben alle Aussteller den gleichen Preis pro Quadratmeter bezahlt, doch von einigen wurden die Besucher durch irreführende Kategorisierung auf dem Hallenplan fern gehalten. Das sorgte beim Aktiv-Reise.Netz und anderen der circa 30 touristischen Ausstellern mit ihren rund 380 gebuchten Quadratmetern und einer Gesamtmiete von rund 37 Tausend Euro für reichliche Empörung.

Stein des Anstoßes nach der Korrektur: Differenzierung zwischen Outdoor Welt und der restlichen Touristik (die Streifen und die Legende zur Halle B5 wurden über Nacht geändert)

Was hätten Sie besser machen können?

1. Vorher sich mit den Spezifika des touristischen Marktes und den Angeboten Ihrer Aussteller und damit Kunden detaillierter befassen!

2. Outdoor-Welt und den Rest der Touristik thematisch und optisch nicht voneinander trennen! Das wurde im letzten Jahr nicht gemacht und kam trotzdem oder eher gerade deswegen gut an.

Was haben Sie gut gemacht?

1. Sie haben sich mehrmals in die Höhle des Löwen zu den touristischen Ausstellern der B5 gewagt, auch wenn Ihnen das nach dem ersten Showdown sicherlich nicht leicht gefallen ist.

2. Sie haben versucht, den Fehler mit zusätzlichen Schildern und über Nacht neu gedruckten Flyern in 10 Tausender Auflage wieder gut zu machen. Leider war die Korrektur nur halbherzig und behob deshalb nicht das Problem.

Was sollten Sie als Nächstes tun?

1. Umgehend auf die gestellten Forderungen der Aussteller antworten und ein entsprechendes Entschädigungsangebot unterbreiten.

2. Nächste Woche nach München zur f.re.e fahren und sich anschauen, wie die Bayern mit dem Spagat zwischen Outdoor Themen und Reiseangeboten umgehen (Liebe Münchener, Ihr macht auch nicht alles perfekt, aber der Themenbezug zu den Angeboten der Aussteller ist von Euch konsequent umgesetzt).

Ich würde mich freuen, wenn Sie aus dem Fehler lernen und die Kleinen wie die Großen mit dem gleichen Respekt behandeln und mit ihnen zusammen eine Lösung erarbeiten. Dann werden die touristischen Aussteller der B5 auch nicht päpstlicher als der Papst sein und Ihnen diesen Anfangsfehler verzeihen. Wir sind schon gespannt, auf die Reisen 2012 und wer weiß: Vielleicht gelingt Ihnen dann ja der Tanz auf dem touristischen Parkett besser.

Apropos: Die Messeparty war wieder super. Es ist und bleibt die Beste deutschlandweit. Da können sich die Münchener was von den Hamburgern abschauen.

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Für unsere Kunden die Fakten:
Besucher Reisen 2011: ca. 70.000 (im Vergleich zum Vorjahr plus 22 Prozent)
Katalogabgang durchschnittlich pro Ganzen Prospektständer: 161 (minus 21 Prozent)
Impressionen vom Messestand

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In eigener Sache: Ab sofort kann diskutiert werden.

Das Aktiv-Reise.Netz ist bemüht in den News klare und deutliche Worte zu finden. Doch leider finden wir manchmal die Falschen – und das können Sie ab sofort gleich richtig stellen, wie es die Projektleitung der Reisezeit vergangene Woche getan hat. Sie sehen, wir sind auch nicht perfekt. Gerade deswegen belohnen wir Ihre Diskussionsbeiträge mit einem Link zu Ihrer Homepage.