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Reisecommunities: Alter Hut oder neuer Trend?

Dass wir in einer sehr turbulenten Zeit leben, ist bekannt. Neue Trends kommen und gehen. Manche bleiben. Wie steht es eigentlich um Reisecommunities? Nach ihrem Boom 2006, als sie wie Pilze aus dem Boden schossen, ist es ruhig geworden. Doch lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Entwickelt sich gerade eine zweite Welle? Wer spielt mit beim Kampf um die Aufmerksamkeit der Reisenden? Nutzen kleinere und mittelständische Reiseveranstalter solche Form der Kommunikation? Es ist Zeit für einen Rückblick vom Aktiv-ReiseNetz. Aufgefallen sind die verbliebenen großen Reisecommunities.

GEO Reisecommunity von Gruner & Jahr mit 38.000 registrierten Usern und Globalzoo von gutefrage.net (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) mit 17.000 registrierten Usern. Größter Verleger im Land Axel Springer ist noch nicht soweit und hat zunächst ein Redaktionsportal My Entdecker aufgesetzt. User können Reiseideen lediglich auf deren Facebook Firmenseite posten.

Während der Reise mit Gästen onlin edie Erlebnisse teilenNicht nur Verlage versuchen mit Reisecommunities Menschen und deren Reiseaffinität an ihre Marken zu binden. Ein Reiseveranstalter geht mit gutem, erfolgreichem Beispiel voran. World Insight baut seit März 2012 eine eigene Community auf. explore2gether heißt sie und ist mittlerweile mit mehr als 6.500 registrierten Usern etabliert. „Die Community steht allen reiseaffinen Menschen offen“, verrät World-Insight Marketing Manager Lisa Praefke. Bald soll es sogar noch Weiterentwicklungen inside der Community geben.

Wer folgt diesem Beispiel und warum sollten Reiseveranstalter das tun?
Es gibt weitere Reiseveranstalter, die Communities realisiert haben. Neben der mühsamen Aktivierung der Gäste und Interessenten gibt es ein weiteres Problem: die rasante Entwicklung in den Bereichen Technik und Grafik. Für kleine und mittelständische Unternehmer ist es schwer mitzuhalten. Deswegen sollten sich Reiseveranstalter, die ihre Community modernisieren oder eine neue aufbauen wollen, mit Permondo beschäftigen.

Permondo existiert seit einem Jahr und hat zwei Nutzungsmöglichkeiten. Zum Einen ist es eine offene Reisecommunity, wie GEO, Globalzoo und explore2gether. Obwohl kaum Werbung gemacht wird und kein Erlebnisreiseveranstalter oder größerer Verlag dahinter steht, hat Permondo bereits 2.000 registrierte User. Im Unterschied zu den anderen Portalen, sind nicht alle Reisen öffentlich. „Reisen ist eben doch auch eine private Sache“, sagt zumindest Andreas Kurth, geschäftsführender Gesellschafter von Permondo. Von der Startseite sind sogar nur 20 % des Inhaltes zu sehen. Das überrascht. Gehen doch die anderen Portale davon aus, dass alle Inhalte mit jedem der Community zu teilen sind.

Zum Zweiten kann die Reisecommunity technisch von Reiseveranstaltern genutzt werden. Dabei verwenden die Reiseveranstalter ihr Design und Logo. Sie können das Portal für ihre eigenen Reisen und den dazugehörigen Gästen nutzen. Mit leicht zu machenden Einstellungen bekommen die Kunden davon nichts mit und denken, dass die Technik der Reisecommunity ihrem Reiseveranstalter entstammen würde. Schöne Theorie.

Nutzen das Reiseveranstalter schon für ihre Zwecke? In der Grafik sehen Sie, wie ein Best Ager Reiseveranstalter seine 8 Tage Eisenbahn-Erlebnisreise durch die Schweiz mit seinen Gästen teilt. Und die waren total begeistert, weil ihre internetaffinen Kinder und Enkel die Tour online mit verfolgen konnten. Sie wurden per E-Mail von Permondo aus informiert. Windrose hat seine Reiseleiter animiert, Permondo zu nutzen. „Das lief nach nur 15 Minuten Briefing schon erstaunlich gut“, so Kurth weiter.

Mit eigenen Reisecommunities können Reiseveranstalter also mehr als nur Endverbrauchern Ideen und Fragen zu Reisen posten lassen. Vielmehr ist es die Chance für  seine Kunden
– die Reiseerlebnisse festzuhalten,
– Daheimgebliebene mit erleben lassen und
– damit im Vergleich zu anderen Veranstaltern einen Mehrwert bieten.

Es ist die fortführende Inszenierung einer Marke für bestehende und neue Kunden fernab von Facebook und Co. Permondo kümmert sich um die technische Entwicklung. Die Veranstalter um den Inhalt. Das spart Aufwand im Vergleich zu einer eigenen Lösung. Wer Fragen zu Permondo hat, wendet sich bitte an Andreas Kurth (E-Mail: kurth @ permondo.net, Telefon: 0511-16581322).

Sicherlich bedarf es einer intensivieren Betrachtung des Themas, bis daraus ein neuer Trend wird.  Auf der anderen Seite sollten die kleineren und mittelständischen Veranstalter den großen Verlagen das Thema nicht ganz überlassen. World Insight geht mutigen Schrittes voran. Mit Permondo ist es ein leichtes zu folgen.

Mehr zum Thema:
Wie viele Reisecommunities es in der Hochphase gab, zeigt eine ältere Aufzählung von Tourismuszukunft.
Wer braucht noch Reisecommunities, fragte sich tripsbytips bereits 2010 und zeigt eindrucksvoll, die Geschichte der Reisecommunities bis dahin auf. Der Artikel 5 neue Startups auf deutsche-startups.de beschreibt Permondo im Mai 2013.

Zur Info:
Englischsprachige Reisecommunities und Hotelbewertungsportale wurden für diesen Artikel bewusst außen vor gelassen, weil sie für kleine und mittelständische Reiseveranstalter in der D-A-CH Region kaum eine Relevanz spielen.

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